| Mit den Laufpatschen zum Stürmerleiberl | |
![]() In der (richtigen) Prognose erkennt man den Experten: „Werd ma ka Leiberl ham gegen die Schweden...“, sagte cool das junge Fußball-Talent Georg Gravogl aus dem niederösterreichischen St. Aegyd stammend, drei Stunden vor dem Ankick bei einem kleinen Interview in Paulis Laufshop. Er sollte recht behalten: Was rund 4 Millionen österreichische Teamchefs befürchtet haben und Karel Brückner samt 11.000 Zuschauern in Graz erdulden musste, ist eingetreten. Österreich – Schweden. 0 : 2. Der 18jährige angehende Maturant aus der Fußball-Akademie in St. Pölten möchte, dass das anders wird. Im Moment hat er zwar kein Vorbild aus der österreichischen Kicker-Truppe, doch ist er fest entschlossen, nach der Schule eine Berufslaufbahn als Fußball-Profi einzuschlagen. Einen Vertrag mit dem SK Niederösterreich hat er schon. Stürmer, linker Flügel. Nun sagt man ja manchen Stürmern nach, sie seien bloß zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort gestanden, um den erlösenden Treffer zu erzielen. Gerd Müller, Hans Krankl, Toni Polster – Wir erinnern uns.... Deshalb hat Georg Gravogl auch ein anderes Vorbild: Lionel Messi, ein Argentinier. „Ein Linker, wie ich, der im Sturm spielt“. Georg weiß, dass er erst einmal zum Platz an der Sonne hinkommen muss, um mehr als die 13 Tore zu schießen, die er in der Fußball-Akademie für die St.Pöltner Truppe ( U 19) schon erzielt hat. Dafür braucht man Ausdauer. Die holt sich der junge Leistungssportler beim Laufen. „183cm/70 kg, ideale Werte für einen Mittelstreckler“, schaut der Pauli Bauer ein wenig neidisch, weil da wieder ein Lauftalent zu den Kickern abgewandert ist. Doch Georg Gravogl hat seine Freude mit dem Laufen: „Ferien und Trainigspausen in der Akademie nütze ich, um in meiner schönen Heimat St. Aegyd laufen zu gehen“. Am MP3-Player läuft die Musik und nebenher ziehen Wald und Flur vorbei. „Laufen ist für mich Training, aber auch Bedürfnis“, sagt der junge Mann, „besonders, wenn ein schöner Tag ist“. Ja, ein bisschen Skifahren im Winter muss auch sein, wenn man am Fuß von Gippel und Göller sein Zuhause hat. Aber die nahe Skihauptschule Lilienfeld ist es dann doch nicht geworden. Mit sieben lockte ihn sein Vater Siegfried, der die St. Aegyder Fußballer trainierte, auf das Spielfeld. Und seither geht es auch steil bergauf. Man entdeckte sein Talent, er zieht nach St. Pölten. Erster Sololauf durch das Gymnasium für Leistungssportler am St. Pöltner Eisberg. Matura heuer im Mai. Vom „Winterkönig“ der U 19 in St. Pölten setzt der Stürmer schon zum nächsten Sprint an: Ziel ist die Bundesliga oder eine internationale Karriere als Fußball-Profi. Davon träumt er bei seinen Trainingsläufen durch die Wälder des Oberen Traisentales. Und wer genug Kraft-Ausdauer in sich hat, der wird im entscheidenden Augenblick die Nerven bewahren und erfolgreich abschließen - vor dem Tor und in der Karriere. Das wünschen wir ihm. | |
| St. Pölten, am 27.02.2009 | |